Montag: «Obama trauert mit Hinterbliebenen».
Dienstag: «Schweizer Bankgeheimnis massiv unter Druck».
Mittwoch: «Busse für UBS wegen Libor-Manipulation».
Donnerstag: «Bilaterale Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU am Ende?»
Freitag: «AKW Mühleberg muss nachrüsten».
Samstag: «Steuerabkommen: Bürgerliche Parteien streiten sich um richtige Strategie».

Nein, die Kollegen vom Fernsehen sind keine Schwarzmaler vom Dienst. Sie machen, wie die Zeitungen, einfach ihren Job: Das wichtigste Thema des Tages kommt zuerst. In dieser Woche war das wichtigste Thema fast jeden Tag ein negatives. Und nicht nur in dieser Woche. Der «Magazin»-Autor Daniel Binswanger titelte gestern: «Ein verlorenes Jahr» und meinte damit die Schweizer Aussenpolitik 2012.

Das ist gewiss nicht falsch. Aber es ist auch ziemlich einfach. Überhaupt gibt es nichts Einfacheres, als in Leitartikeln, wie man sie nun wieder überall liest, zum Schluss zu kommen, der Bundesrat sei führungsschwach (galt er je als führungsstark?), die UBS habe nichts aus der Vergangenheit gelernt (sie ist ja eine Bank), die Schweiz sei international unter Druck (das ist seit ihrer Gründung so) und der starke Franken sei das grösste Problem für unsere Exportwirtschaft (will denn jemand den Euro haben?).

Ziemlich ungewohnt und ein bisschen anstrengender ist es für uns Journalisten, nach erfreulichen Themen zu suchen. Wir haben es diese Woche versucht. Wo, wenn nicht in der Schweiz, sollte es möglich sein, einmal (fast) ausschliesslich gute Nachrichten zusammenzutragen? In dem Land, das sich mitten im kriselnden Europa als Insel der Stabilität erweist? Und wann, wenn nicht vor Weihnachten?

Wir sind der Schweizer Erfolgsformel nachgegangen und haben mit 20 Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft darüber geredet. Lassen Sie sich von unserer Spezialausgabe überraschen. Und verzeihen Sie, dass wir Ihnen heute keine Enthüllung aus einer Grossbank bieten und die neusten Forderungen aus Brüssel einfach mal ignorieren.

Frohe Weihnachten!

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