Die Pressekonferenz der Nationalbank hat einige Hinweise gegeben. Vor allem für die, die zwischen den Zeilen lesen können. Und Geduld haben, zu warten, bis die Bankobersten im anschliessenden ungezwungenen Gespräch «gesprächig» werden. Eines wird rasch klar: Die Banken haben die Finanzkrise noch (lange) nicht überstanden. «Es geht ihnen nicht besser, bestenfalls weniger schlecht.»

Die Ironie: Der Bund hatte der UBS sechs Milliarden Franken gegen eine Wandelanleihe vorgestreckt. Die sechs Milliarden warf die UBS als ihren Deckungsanteil in das «Schrottpaket» ein, das die Nationalbank übernahm. Nur ist inzwischen das Paket viele Milliarden weniger wert. «Die sechs Milliarden haben sich bereits in Luft aufgelöst, die Verluste sind schon viel höher.»

Oder andersherum: Die UBS muss die Wandelanleihe weiter-hin mit 750 Millionen Franken im Jahr verzinsen, obschon sich das dafür erhaltene Geld pulverisiert hat. Die Leid-tragenden sind einmal mehr die gebeutelten UBS-Aktionäre.

Jetzt hat der Bund noch in aller Eile das neue Steuer-abkommen mit den USA abgeschlossen, ohne die spezifische Bedrohung der grossen Klage der US-Steuerbehörden gegen die UBS abzuwenden. Damit schiesst sich der Bund wegen seiner Beteiligung ins eigene Knie, jetzt gerät die UBS erneut massiv unter Druck. Und mit ihr auch der Aktienkurs.

Die Schweiz hat jetzt schon Abkommen mit sechs Ländern getroffen. Doch das Land, das alles ins Rollen gebracht hat, ist nicht dabei. Der Kavallerist Steinbrück kann im fernen Berlin in Ruhe abwarten, bis die kleinlauten und devoten Schweizer Indianer nach Berlin trekken und dort brav ihre Friedenspfeife anbieten werden. Wohl kaum zum Wohle des eigenen Landes.

Die Unsicherheit an der Schweizer Börse wird dadurch nicht geringer; eine nervöse Berg-und-Tal-Fahrt wird uns be-gleiten. Nichts hasst die Börse mehr als Unsicherheiten. Sie wird versuchen, sie abzuschütteln. Das wird wilde Börsen-ausschläge zeitigen. Machen Sie sich auf bewegte Börsen gefasst!