Der Kommentar: Für die Gegner des Schweizer Finanzplatzes muss es frustrierend sein. Unermüdlich attackieren die Amerikaner, die Deutschen, die Briten unsere Banken, durchsieben das Bankgeheimnis, lobbyieren bei der OECD, kaufen zahllose Daten-CDs, um das Vertrauen in die Finanzbranche zu erschüttern. Und was passiert? Die Schweizer Banken ziehen nach wie vor sehr viel Geld aus dem Ausland an.

Die Reichen der Welt – die wichtigste Kundschaft der Schweizer Privatbanken – scheinen die negativen Schlagzeilen nicht zu kümmern. Wenn die deutsche «Bild», immerhin eine der grössten Boulevard-Zeitungen der Welt, Zürich als die Stadt bezeichnet, in der «Geld gewaschen und gebunkert wird. Geld aus Waffendeals, von Despoten», dann provoziert das kein müdes Lächeln mehr.

Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz sagte: «An diesem Bankgeheimnis werdet ihr euch die Zähne ausbeissen.» Wahrscheinlich wird der Appenzeller nicht recht behalten und unser Bankgeheimnis verschwindet in den nächsten Jahren, zusammen mit den britischen Trusts, den Panama-Stiftungen, den Hongkong- und Delaware-Gesellschaften und den vielen anderen Vehikeln, die zur Steuerhinterziehung genutzt werden können.

Das ist ein Problem für Banken, die ihr Businessmodell voll auf die Steuervermeidung ausgerichtet haben. Doch für die fitten Institute ist das kein Weltuntergang, denn sie werden sich behaupten können. Und an ihnen werden sich die Gegner noch die Zähne ausbeissen.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!