Der Kommentar: Dem Schweizer Tourismus will es nicht gelingen, nach der Krise der letzten Jahre wieder Fuss zu fassen. Wie immer haben die Touristiker die Gründe schnell gefunden: Diesmal ist das schlechte Wetter schuld. In den vergangenen Jahren war es der starke Franken.

Das greift zu kurz. Ein guter Teil der Branche hatte schon vor der Eurokrise ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. Anders gesagt: Die Schweiz ist schlicht zu teuer für viele Gäste. Viele Hotels und Restaurants haben es verpasst, an den Kosten zu arbeiten, um preislich wieder wettbewerbsfähig zu werden. Jeder andere Wirtschaftssektor, etwa die Industrie, tut das ständig. Natürlich hat es die Hotellerie schwerer. Sie kann ja keine Fabriken schliessen oder ins Ausland verlagern. Auch kann sie nicht unbegrenzt Personal abbauen, denn die persönliche Dienstleistung ist für den Gast das A und O.

Trotzdem stehen auch den Hotels Wege offen, Kosten zu sparen, etwa indem sie mit anderen Häusern kooperieren. Der gemeinsame Einkauf würde die Chance bieten, Mengenrabatte auszuhandeln. Der gemeinsame Betrieb einer Grosswäscherei wäre günstiger. Das gemeinsame Marketing würde die Schlagkraft auf dem Markt erhöhen. Noch weiter gehen Hotels, die ihr Personal zusammenlegen. Dass dies funktioniert, beweist die Tschuggen Hotel Group. Sie betreibt Hotels in Arosa, St. Moritz und Ascona – und kann damit ihr Personal je nach Saison mal in den Bergen, mal im Tessin einsetzen.

Doch scheitern diese Kooperationsmöglichkeiten vielerorts am mangelnden Willen. Offenbar ist der Leidensdruck im Schweizer Tourismus noch zu
gering. Oder die Sturheit zu gross.

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