Der Kommentar: Autofahrer stehen in der Schweiz jährlich mehr als 20 000 Stunden im Stau. Der viel beschworene Verkehrskollaps ist auf den Hauptverkehrsachsen damit tägliche Realität. Was ist also zu tun? Die Geschwindigkeit auf Tempo 80 reduzieren, Pannenstreifen umnutzen oder mehr Autobahnen bauen? Von zwei auf drei Spuren, von drei auf vier Spuren – und dann?

Platz ist in der Schweiz ein knappes Gut. Darum muss er so effizient wie möglich genutzt werden. Die Infrastruktur soll ausgebaut werden, wo dies sinnvoll ist. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass man mit einem besseren Angebot auch eine höhere Nachfrage schafft. Das zeigt sich am öffentlichen Verkehr. Die SBB haben ihren Fahrplan stetig ausgebaut, die Fahrzeiten haben sich verkürzt – sodass heute viele täglich von Basel oder von Bern nach Zürich pendeln. Oder gar vom Wallis nach Bern. Das brachte das System an den Anschlag.

Statt nur zu überlegen, wie mehr Verkehr durch die Schweiz geschleust werden könne, sollte auch nach Wegen gesucht werden, wie die Nachfrage nach Mobilität in Grenzen gehalten werden kann – ohne dass der Einzelne seiner individuellen Freiheit beraubt wird.

Es gibt nur eine Möglichkeit: Die Menschen müssen wieder vermehrt dort arbeiten, wo sie auch wohnen. Die Unternehmen sind gefordert, mit innovativen Arbeitsmodellen dafür zu sorgen, dass sich dies in unserer modernen und kompetitiven Gesellschaft realisieren lässt. Gelingt es uns, schaffen wir eine Win-Win-Situation. Die Wirtschaft kann Güter effizienter transportieren und die Mitarbeiter sind produktiver, weil sie weniger gestresst am Arbeitsplatz erscheinen.

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