Der «Blick» will, dass Hotpants – enge, kurze Shorts – an Schulen verboten werden. Nicht die Schulen, nicht die Gemeinden, nein der Bund müsse endlich Kleiderregeln aufstellen.

Berufs-Chauffeure wollen, dass Fussgängern das Tragen von Kopfhörern verboten wird. Das verbessere die Sicherheit auf der Strasse, begründen sie.

FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois und mit ihm 108 andere Nationalräte wollen, dass das Liegenlassen von Abfall verboten und mit Bussen von 100 bis 200 Franken bestraft wird. Das fordern sie in einer parlamentarischen Initiative.

Die junge SVP des Kantons St. Gallen will, dass das Tragen eines Kopftuchs an Schulen verboten wird. Sie plant einen Vorstoss im Parlament.

Probleme, die es tatsächlich gibt, mit Verboten zu lösen, war schon immer beliebt. Jetzt, in der schweisstreibenden und nachrichtenarmen Sommerzeit, ganz besonders. Doch das Verbotspotenzial ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Prüfenswert wäre ein Verbot für den Bau von Fussballstadien. Für diesen Vorstoss wäre die Zürcher FDP prädestiniert.

Oder ein Verbot für Politikersöhne, an Hausbesetzungen teilzunehmen. Damit könnte die SVP in rot-grünen Städten punkten.

Oder ein Verbot für Äbte, sich zu Öffnungszeiten von Tankstellenshops zu äussern. Die CVP hätte endlich ein Thema für urbane und junge Wähler.

Oder ein Verbot für SVP-Bundesräte, in Länder zu reisen, die Menschenrechte verletzt haben. Wer ist schneller, SP oder Grüne?

Man sieht, allein die Aktualität dieser Woche offenbart akuten Handlungsbedarf. Und der Sommer steht noch am Anfang.

Es ist nicht verboten, die Liste zu verlängern. Denn auf die Idee, unsinnige Verbote zu verbieten, wird niemand kommen. Das wäre sträflich unliberal.

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