Der Kommentar: Einverstanden. Die Probleme bei der Armee-Buchhaltung sind gravierend. Rechnungen gehen verloren, werden nicht oder zu spät bezahlt. Das ruft nach einer dringlichen Lösung. Dafür hat Bundesrat Ueli Maurer die Boston Consulting Group (BCG) engagiert. Gravierend sind auch die Informatikprobleme mit den über 500 verschiedenen Programmen im VBS. Auch sie verlangen dringliche Lösungen. Dafür hat Ueli Maurer Ex-Swisscom-Chef Jens Alder zum Leiter

des Steuerungsausschusses der Task-Force Informatik VBS gemacht. Und William Angst, den Doktor der Chemie mit internationaler Führungserfahrung, zum Leiter der Task-Force selbst. So weit, so gut. Bliebe nicht der Eindruck eines unsäglichen Gemauschels zurück. Alle drei Mandate wurden nicht öffentlich ausgeschrieben. Obwohl deren Kostenrahmen 230 000 Franken deutlich übersteigt. Ab diesem Betrag müssen

Dienstleistungsaufträge gemäss den WTORegeln und dem Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen ausgeschrieben werden. Ausnahmen sind möglich, und auf die beruft sich das VBS: auf die «technischen Besonderheiten» der Aufträge und auf deren Dringlichkeit. Die Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen verlangt aber auch, dass Wert, also die Kosten, und Art solcher Beschaffungen publik gemacht werden. Das hat Ueli Maurer im Fall der BCG getan, nicht aber in den Fällen Alder und Angst.

Überhaupt gilt in den Fällen BCG, Alder und Angst im Verteidigungsdepartement vor allem eine Devise: Schweigen. Schweigen nach aussen, schweigen nach innen. Als der «Sonntag» im April wissen wollte, wie weit Alders Arbeiten gediehen seien, liess das VBS verlauten, dazu könne man nichts sagen. Weil Ueli Maurer «voraussichtlich in den nächsten Wochen» die Medien orientieren wolle.

Zweieinhalb Monate später schweigt das VBS weiter. Auch der an sich kommunikative Jens Alder schweigt. Das ist unverständlich. Vor allem für den Verteidigungsminister Ueli Maurer, der sein Amt mit der Devise «Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit» antrat. Wo nur ist dieser Vorsatz geblieben?