Der Kommentar: Es ist ein Riesenprojekt, das alle 193 UNO-Staaten anpacken: Bis 2030 wollen sie Armut und Hunger auf der Welt ausrotten und allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser garantieren. Ebenso wollen sie Korruption vom Planeten verbannen und weltweit rechtsstaatliche Prinzipien und Chancengleichheit einführen.

Mit den «nachhaltigen Entwicklungszielen» sollen «Ungleichheiten» zwischen den Staaten abgebaut und das Wachstum gefördert werden. Eine weitere Industrialisierung soll es geben, aber in «nachhaltiger» Form. Die Ozeane sollen umsichtig genutzt und das Klima geschützt werden. Wie die einzelnen Staaten das schaffen wollen, ist ihnen überlassen. Die Ziele sind unverbindlich.

Damit riskieren 170 nach New York gereiste Staats- und Regierungschefs nichts. Sie werden in 15 Jahren nicht mehr im Amt sein. Die UNO-Vollversammlung bietet ihnen hingegen eine willkommene Plattform, vom eigenen Versagen abzulenken. Die harsche Realität sieht anders aus. Man braucht nur nach Syrien und den unzähligen Brennpunkten
zu schauen, wo Millionen von Flüchtlingen unter miserablen Verhältnissen überleben.

Das UNHCR, das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge, ist vor Ort und versucht zu helfen. Es hat nicht genügend Mittel dazu; es bräuchte
4,5 Milliarden Dollar. Die Geberländer zahlen nur zögerlich. Auch nach der Ankündigung der EU, eine Milliarde zur Verfügung zu stellen, fehlen weiterhin zwei Milliarden Dollar. Das ist beschämend. Und wird in New York kein Thema sein.

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