Der Kommentar: Für den Schweizer Markt gilt ein anderer Massstab. Rund dreimal so viel kostet hier eine Hepatitis-C-Therapie wie beispielsweise in Australien. Damit die Kosten für das Gesundheitswesen nicht ins Uferlose steigen, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Limitierung festgelegt: Die teuren Hepatitis -C-Medikamente dürfen nur Patienten mit bereits fortgeschrittenen Leberschäden verschrieben werden.

Aus wirtschaftlichen Überlegungen mag diese Regelung Sinn machen. Denn bereits jetzt ächzt das Schweizer Gesundheitswesen unter den jährlich steigenden Kosten. Doch ethisch ist sie zweifelhaft. Denn das Nachsehen haben jene Hepatitis- C-Patienten, die erst geringe Leberschäden aufweisen. Sie müssen die Therapie aus der eigenen Tasche bezahlen.

Damit rückt das Ziel, Hepatitis C in der Schweiz auszurotten, in weite Ferne. Dies ist umso fragwürdiger,als Hepatitis C eine der wenigen Krankheiten ist, die komplett heilbar ist, und zwar innerhalb von nur zwölf Wochen.

Je früher die Erkrankung bekämpft wird, desto tiefer sind die langfristigen Kosten. Die Behörden und die Pharmakonzerne sind deshalb in der Pflicht, eine Lösung zu finden. Und diese kann nur lauten: Die Therapie muss günstiger werden. In anderen Ländern wurde dies schliesslich auch erreicht.

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