Der Kommentar: Es ist immer das Gleiche: Mit Nachdruck verwahrt sich die FDP gegen den Vorwurf, sie sei die Partei der Grosskonzerne. Und kaum steht ein Grosskonzern in der Kritik, ist die FDP reflexartig zur Stelle, um die Kritik als ungerechtfertigt zu kontern. Genau nach diesem Muster verteidigte die FDP lange auch die Abzocker in den Konzernetagen, bis es nicht mehr anders ging und die Partei zur 180-Grad-Kehrtwende ansetzen musste – spät zwar, aber dann mit medienwirksamen Schimpfwörtern des Präsidenten.

Es ist einigermassen verständlich, dass die FDP ihren Bundesrat Johann Schneider-Ammann diese Woche verteidigte, als ihn die Vergangenheit als Konzernlenker und Steuersparer immer bedrohlicher einzuholen schien. Aber warum Kritik an Offshore-Stukturen zum Steuernsparen «völlig fehl am Platz» sein soll, bleibt ein freisinniges Geheimnis.

Nehmen wir zum Beispiel den Kaffee-Giganten Starbucks, der seine Steuern auch optimiert. Der US-Konzern verlangt von jeder Filiale jährlich 30000 Franken Lizenzgebühren – und zusätzlich sechs Prozent des Umsatzes. Das führt dazu, dass der Konzern in seinen Niederlassungen Verluste schreibt, weil er die Gewinne aus den Lizenzgebühren in die Niederlande abzügelt, wo Lizenzgebühren nicht besteuert werden. Und wer hat das Nachsehen? Der kleine Café-Besitzer, der bei den Steuern nicht tricksen kann.

Es ist immer das Gleiche. Und die FDP bleibt, wie sie ist.

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