Ja, Finanzminister Merz hat Fehler gemacht, ebenso Justizministerin Widmer-Schlumpf, die bei der Ausarbeitung des zerzausten Staatsvertrags federführend war. Die SVP verlangte gestern sogar den Rücktritt der beiden Bundesräte – und darüber hinaus auch den Kopf von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Eine Forderung, die folgenlos verpuffen wird.

So berechtigt die Kritik am Bundesrat ist, so ungerecht ist, dass darob beinahe vergessen geht, wo die wahren Versager sitzen: im alten UBS-Management. Vor ziemlich genau einem Jahr, im Februar 2009, musste die UBS zugeben, dass sie von 2000 bis 2007 ein illegales System unterhielt, um den US-Staat und seine Behörden zu betrügen. Dass sie ihren Kunden dabei half, die Steuern zu umgehen. Dass sie mit Boni für Banker sogar einen Anreiz setzte, die illegalen Kundenkontakte in den USA noch zu verstärken. Dass die Chefs «Mit-Verschwörer» waren.

Doch die Dummen sind nun die Bundesräte, während Marcel Ospel, Peter Kurer und Co. sich in ihren Villen und Ferienresidenzen dank Millionenabfindungen ein schönes Leben machen können – unbehelligt von Richtern, Geschäftsprüfungskommissionen und der Öffentlichkeit. Grünliberalen-Chef Martin Bäumle sagt: «Gäbe es auch nur eine rechtliche Möglichkeit, wir müssten Ospel und die ganze frühere UBS-Führung an die USA ausliefern.»

Selbst Finanzminister Merz, der seinen ehemaligen Arbeitgeber UBS lange Zeit durch dick und dünn verteidigte, scheint nun genug zu haben: Er hat die betreffenden UBS-Banker an einer Kommissionssitzung laut «Newsnetz» als «Gauner» und «Betrüger» bezeichnet.

Es braucht nicht nur eine PUK. Die Behörden müssen auch sämtliche Mittel nutzen, um die damaligen Bankchefs zur Verantwortung zu ziehen.