Und dieses Mal sind es Devisen

Die Nachricht: Erneut stehen die Methoden der Börsenhändler im Fokus. Finanzmarktaufsicht und Wettbewerbskommission ermitteln gegen die Banken.

Der Kommentar: Die Händler der Grossbanken sollen im Devisenhandel getrickst haben. Sie sollen gezielt Kurse getrieben haben, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Muss uns das ärgern? Ja klar! Muss es uns auch erstaunen? Natürlich nicht.

Das Banking besteht aus der Suche nach den kleinen Gewinnen. Margen, die stets zulasten eines anderen gehen. Oder wie war das früher mit den Valuta-Gewinnen, als Kunde 1 ein Geldbetrag drei Tage früher belastet wurde, als er Kunde 2 gutgeschrieben wurde? Wie war das, als Kleinkunden für eine Aktie noch mehr bezahlten als deren Bank selber beim Kauf an der Börse? Oder die Insidergeschäfte, die lange als Kavaliersdelikt toleriert wurden?

Schon bald werden die Banken, die der Manipulation überführt werden, Besserung geloben. Sie werden betonen, dass die Vergehen nicht hätten vorkommen dürfen. Und dass sie «nicht ruhen» werden, ihre Firmenkultur zum Besseren zu wenden.

Doch ändern wird sich wenig. Trotz aller Sonntagsreden wird von den Händlern auch in Zukunft vor allem eines verlangt: Sie sollen mit den grossen Vermögen ihrer Kunden noch grössere Gewinne für die Bank erwirtschaften. Motiviert werden sie mit stolzen Löhnen – oder auch mal mit Stellenabbau.

Damit ich richtig verstanden werde: Es ist richtig, hinzuschauen und Banken, die gegen Gesetze verstossen, hart zu bestrafen. Und es ist richtig, bei Banken genauer hinzuschauen, deren Händler immer wieder auffallen. Aber bilden wir uns nichts ein. Solange es Banken gibt, die für ihren eigenen Gewinn Handel treiben, wird es Händler geben, welche die Grenzen ausloten. Und überschreiten.

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