zur Machtballung von 147 Finanzkonzernen für internationale Schlagzeilen. Die Schweizerische Nationalbank interessiert sich nicht dafür.

Der Kommentar: Kaum eine Studie der ETH Zürich sorgte für so viel Aufsehen, wie ein Papier von zwei ETH-Systemtheoretikern, die herausgefunden haben, dass 147 eng miteinander verknüpfte Finanzkonzerne einen Grossteil der Weltwirtschaft beherrschen. Die Studie lieferte das intellektuelle Basismaterial für die Occupy-Bewegung und wurde weltweit auf den sozialen Netzwerken wie Facebook ausgiebig diskutiert.

Letzte Woche meldete sich nun Andy Haldane zu Wort. Er ist nicht einer der Campierer, die irgendwo in den letzten Wochen in einer Finanzmetropole einen öffentlichen Platz besetzt hatten. Andy Haldane ist einer der wichtigsten Spezialisten für Finanzstabilität der Bank of England. Haldane untersuchte die Ergebnisse der ETH-Forscher aus Zürich und kam zum Schluss, dass die Ergebnisse ein Umdenken in der Betrachtung von Finanzrisiken erfordern in den verantwortlichen Gremien.

Haldane plädiert für eine völlig neue Betrachtung der Finanzrisiken. Anstatt die Risiken wie bis anhin einzeln zu betrachten und dann zusammenzuzählen, müssten neue Modelle entwickelt werden, die sich an der Biologie und der Wettervorhersage orientierten.

Die Schweizerische Nationalbank hat sich bis heute nicht zu den Ergebnissen der Zürcher ETH-Systemtheoretiker geäussert. Und will das nächstens auch nicht tun: Dem «Sonntag» beschied ein Sprecher, dass die Studie «weit über die Themen hinausgehen, mit denen wir uns beschäftigen». Die Antwort ist erstaunlich und Ausdruck einer Hybris, die die Finanzwelt an den Abgrund brachte.