Der Kommentar: Die unzähmbare Mähne! Die orange gegerbte Haut! Die nasale Stimme! Eigentlich wirkt alles an Donald Trump abstossend. Dabei ist die Rede nur von seinem Äusseren. Schlimmer sind seine Überzeugungen: Mexikaner sind Vergewaltiger, Gegenkandidatinnen hässlich und Muslime des Teufels.

Trotzdem ist der pöbelnde Protz-Politiker derzeit das Mass aller republikanischen Dinge. So viel vorweg: Dass Trump ins Weisse Haus einzieht, ist so wahrscheinlich wie der Besuch von Obama in einem Fondue-Stübli. 35 Prozent der Wählerschaft mögen momentan für ihn stimmen. Damit hat er sein Potenzial bei Amok-Wählern ausgereizt. Doch wenn sich Bush, Rubio und Co. weiterhin neutralisieren, könnte «the Donald» zumindest die Vorwahl gewinnen. Zwei von drei Szenarien versprächen dann trotz allem Spannung.

> Trump vs. Clinton: die Traumkonstellation der Demokraten. Der Sieg wäre Hillary gewiss – dank Wechselwählern und moderaten Republikanern.
> Trump vs. Sanders: Möglich, dass der 74-jährige Senator aus Vermont aufholt und Clinton abfängt. Es wäre das Duell der Extreme. Der idealistische Sozialist gegen den megalomanischen Kapitalisten.
> Trump vs. Sanders vs. Bloomberg: das unwahrscheinlichste und spannendste Szenario. Tritt New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg als Unabhängiger an – und das würde er nur, falls Hillary vorher scheitert –, würden die Karten neu gemischt.

In diesem letzten Fall könnte das Undenkbare nicht mehr ausgeschlossen werden: Obamas Nachfolger hätte eine nasale Stimme.

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