Die Rede fand an jenem Tag statt, als in Davos das Weltwirtschaftsforum zu Ende ging. Die ganze Woche lang warnten dort Minister, Unternehmer, Nobelpreisträger und Wissenschafter in bisweilen ermüdender Einigkeit vor dem Ende der Globalisierung, vor Handelskriegen, Nationalismus, Populismus und auseinanderdriftenden Gesellschaften. Nicht jeder nannte den Namen Trump – doch gemeint war er immer. Seine Rede dürfte die Davoser Community in ihren Befürchtungen bestätigt haben. Ob der Graben zwischen der Elite und dem Volk wirklich so tief ist, wie Trump behauptet, ist schwer zu beurteilen. Klar ist jedoch, dass der Graben zwischen der Elite und einem US-Präsidenten nie tiefer war.

Am Tag der Inauguration distanzierte sich in Davos auch der konservative britische Finanzminister Philip Hammond von Trump. Die Motive hinter dem Austritt seines Landes aus der EU seien «das Gegenteil» von dem, was Trump wolle, sagte er: «Wir Briten wollen nicht weniger, sondern mehr Freihandel – aber mit der ganzen Welt, nicht nur mit der EU.» Die Briten, fügte er hinzu, bräuchten Einwanderer – doch sie wollten selber entscheiden, welche und wie viele.

Die Distanzierung der Briten sollte jene Schweizer Rechtspolitiker hellhörig machen, die für Trump schwärmen. Weder seine Politik noch seine Persönlichkeit passen zur Schweiz; der Immobilien-Mogul verkörpert das Gegenteil von ziemlich allem, was unser Land ausmacht. Anders ist es beim Brexit. Aus der Politik der neuen britischen Regierung lassen sich durchaus Lehren für die Schweiz ziehen. Und seien es nur diese zwei: Weltoffenheit ist mehr als die EU-Fixierung, an der auch unser Bundesrat leidet. Und wirtschaftliche Offenheit ist nicht dasselbe wie offene Grenzen für alle Migranten.

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