Der Kommentar: Im Jahr vor der Pensionierung setzen Führungskräfte in der Regel alles daran, in guter Erinnerung zu bleiben. Andreas Fischer gelingt das nicht. Der Rektor der Universität Zürich geht im Sommer 2014 in den Ruhestand. In den letzten Monaten seiner Amtszeit ist er daran, den Ruf seiner Universität zu ruinieren. Er tut dies nicht aus Absicht. Fischer wirkt schlicht überfordert.

Seine Schwäche ist die Kommunikation. Wenn sich Fischer selbst darum kümmert, dann um sie zu verhindern. Diese Woche entliess er eine Professorin, weil sie «zu einer medialen Berichterstattung über Professor Christoph Mörgeli beigetragen» und damit der Universität geschadet habe. Dies, noch bevor ein Gericht eine Amtsgeheimnisverletzung feststellte. Dabei war die Universität unter Rektor Fischer auch schon kulanter. Sein Sicherheitschef, der Studierende in der WC-Kabine mit einer versteckten Kamera filmte, tut weiterhin seinen Dienst.

Die Staatsanwaltschaft wollte im Verfahren gegen die Professorin Daten von Uni-Angehörigen durchleuchten. Und bekam prompt Zugang. Fischer benahm sich wie ein Schulbub vor dem Lehrer: Die Staatsanwaltschaft habe die Daten «explizit gefordert», rechtfertigt er sich. Sicher ist die Staatsanwaltschaft unter Führung eines Parteikollegen Mörgelis über das Ziel hinausgeschossen. Der Rektor hätte aber gegen eine solche Weisung rekurrieren müssen. Er tat es nicht und zerstörte damit das Vertrauen in die Universität. Fischer sollte zurücktreten, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!