drittgrössten Rohstoffkonzerns Vale erhält einen noch höheren Steuerrabatt – und zahlt damit nur 2 Prozent Steuern.

Der Kommentar: Am Steuerdeal zwischen dem Bund, dem Kanton Waadt und dem Rohstoffriesen sind drei Dinge störend: Erstens kann es nicht sein, dass die Schweiz sich zur Plattform von Unternehmen macht, die mithilfe konzerninterner Verrechnungspreise Milliardengewinne von den Minenländern hierher verschieben und auf diese nur 2 Prozent Steuern zahlen.

Wie absurd das im Fall Vale ist, zeigen die Zahlen: Mit nur 91 Mitarbeitern erwirtschaftet die Schweizer Tochterfirma fernab der Minen fast einen Drittel des gesamten Konzerngewinns. Das ist legal, aber ist es auch legitim? Mit der Förderung strukturschwacher Regionen, wie es der Bund begründet, hat dies jedenfalls nichts zu tun. Sehr viel mehr hingegen mit dem Leben auf Kosten ärmerer Länder.

Zweitens ist es grotesk, mit welchen minimalen Auflagen die Schweiz hantiert. Vale genügten 70 neue Arbeitsplätze, Bauinvestitionen von weniger als 3,8 Millionen Franken und Zuwendungen von 7 Millionen an Schweizer Hochschulen, damit sich die Türen zum Schweizer Steuerrabattparadies öffneten. Die Schweiz verkauft sich billig.

Drittens ist es stossend, wie geheimniskrämerisch unser Land bei der Steuerfrage vorgeht. Der erste Teil des Deals wurde nur bekannt, weil Vale gegen eine Beschwerde der Steuerverwaltung bis vor Bundesgericht ging. Den zweiten Teil deckt nun diese Zeitung auf. Besser wäre es, wenn der Bund die Inhalte solcher Steuerabkommen von Anfang an publik machen würde. Das ist der mindeste Preis, den er für die grosszügigen Rabatte verlangen sollte.

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