Und natürlich Nino F., dessen Genitalbereich ein einziges Naturschutzgebiet war und wir darum nie richtig eruieren konnten, ob Nino nicht eigentlich mit dem Damen-Team hätte antreten müssen. Wir hatten auf alle Fälle jede Menge Spass und unsere Trainer liessen sogar die Pinkel-Nummer durch, weil sie wussten, dass es dem Team-Geist nur nützen würde.

Ein Betriebspsychologe hat einer Firma aus Newcastle kürzlich geraten, die Belegschaft jeweils am Freitag nackt im Büro herumlaufen zu lassen. Zur Förderung der Arbeitsmoral und des offenen Umgangs untereinander. Vielleicht geht dieser Vorschlag ein bisschen gar weit, aber ein gemeinsames Duschen nach der Mittagspause wäre doch mal ein Anfang.

Dabei geht es überhaupt nicht um sexuelle Reizpunkte (wir Männer denken doch auch bei der Praktikantin im bauchfreien Top bloss an chronisches Nierenleiden), nein, es ginge beim Team-Duschen rein um biochemische Daten, die laut Experten unbewusst ausgetauscht werden, wenn man sich nackt begegnet. Nicht zu vergessen der hygienische Aspekt. In vielen Büros rammt man sich ja am besten WC-Steine in die Nasenlöcher, um unerträglichen Düften auszuweichen.

Aus Erzählungen von Spielern aus grossen Ligen weiss ich, dass auch in Nasszonen von Fussball-Klubs männliches Imponiergehabe ausgelebt wird. Selbst unter Superstars spielt der Jahrmarkt der Eitelkeiten. Wies unter Fernseh-Promis wäre, weiss ich nicht. Obwohl ich mich im Kieser-Training mal neben Charles Clerc eingeseift habe. Das ist aber viele Jahre her und ich möchte mit diesen Zeilen nicht zum SF-Team-Duschen aufgerufen haben.

So unbarmherzig will ich nicht sein. Die Idee des englischen Betriebsforschers jedoch ist lobenswert und wurde zuletzt von einer flämischen Frauenbewegung weitergetragen: sie ruft zum BH-freien Freitag auf! Alle Belgierinnen sollen am Freitag ohne BH ins Büro, um ihrem Busen Platz zum Atmen zu geben. Naja, ein BH-freier Montag wäre wohl eher angebracht. Auf den Freitag freut man sich auch so.