Der Kommentar: Angenommen, Sie haben Husten. Ein Bekannter empfiehlt Ihnen ein Mittel dagegen – sagen wir mal Solmucol. Sie gehen in die Apotheke, verlangen das Medikament und erhalten eine Schachtel mit der Aufschrift «Solmucol Erkältungshusten». Kämen Sie auf die Idee, nicht das richtige Produkt in den Händen zu halten?

Für die Beamten in Bern sind «Solmucol» und «Solmucol Erkältungshusten» zwei Marken, die man nicht verwechseln kann. Für mich nicht. Man kann die Hersteller nun unanständig nennen. Oder einfach raffiniert. Fakt ist, dass die Praxis von der Heilmittelkontrollstelle Swissmedic toleriert wird. Die Pharmaindustrie würde nicht derart grosse Gewinne schreiben, wenn sie nicht ganz genau wüsste, wo sich ihre Schranken befinden. In regulierten Märkten richten sich Firmen nun mal meist nach den Gesetzen. Und nicht nach dem gesunden Menschenverstand.

Gänzlich unverständlich ist aber, weshalb die Aufsicht dieses Spiel zulässt. Letztlich geht es nicht nur darum, dass ein paar Konsumenten zu viel für den Hustensaft bezahlen, weil sie sich im Regal vergriffen haben. Es geht darum, dass die Industrie auf diesem Weg Werbeverbote umgeht, die dafür sorgen sollten, dass Umsätze mit rezeptpflichtigen Medikamenten nicht künstlich angeheizt werden können. Das geht nicht.

Sollte es wirklich so sein, dass diese Tricks mit der heutigen Gesetzgebung nicht verhindert werden können, dann gehören diese Gesetze geändert.

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