Der Kommentar: Während acht Jahren war Susanne Hochuli in der Aargauer Regierung unter anderem für das Asyldossier zuständig. Für die übrigen Parteien waren das recht angenehme Jahre. Wenn etwas schieflief, war Hochuli der Sündenbock. Gab es 2014 etwa lauten Krach um ein Bundeszentrum, forderte die SVP den Rücktritt der Regierungsrätin. Das «Volk» sei wütend.

Die grüne Regierungsrätin befand sich damit in der gleichen Lage wie auf Bundesebene die SP-Frau Simonetta Sommaruga. Auch sie ist Dauerbeschuss vorwiegend von rechts ausgesetzt, auch sie macht alles falsch, wenn es nach ihren Kritikern geht. Das ist natürlich billig, denn in diesem Dossier kann man fast nichts richtig machen. Erst recht nicht, wenn man es allen recht zu machen versucht. Die Migrationsströme sind so schnell nicht aufzuhalten, die Flüchtlingsbewegungen ebenso wenig. Dabei machen weder Hochuli noch Sommaruga eine besonders linke Flüchtlingspolitik, was ihnen auch Kritik aus den eigenen Reihen einträgt. Sommaruga baut das Asylprozedere in eine schon fast beängstigend perfekte Maschinerie um, bei der Menschlichkeit schnell mal zu kurz kommt. Mit ihrer Eritrea-Reise etwa ist Hochuli in eine Falle getappt, die ein Regime ihr gestellt hat.

Aber das alles ist leicht gesagt. Wie beim Bund, wo sie den Drückeberger gab, wäre es auch auf Kantonsebene an der SVP, die Verantwortung für das Asyldossier zu übernehmen. Wer immer alles besser weiss, muss irgendwann hinstehen und zeigen, dass er es besser macht.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper