Der Kommentar: Die Privatisierung des Strafvollzugs ist bei unseren deutschen Nachbarn schon seit einigen Jahren Tatsache. In der Schweiz wurde diese Möglichkeit bis jetzt nicht einmal ansatzweise thematisiert. Die zuständigen Justizorgane lehnen dieses Modell kategorisch ab. Sie befürchten Lohndumping und sprechen Privaten die Kompetenz ab, diese Aufgabe korrekt ausführen zu können.

Kein Wunder: Wer verzichtet schon gerne auf eine Monopolstellung und liefert sich dem Wettbewerb aus. Vor allem wenn Kostenvergleiche aufzeigen, dass Private sowohl beim Bau wie auch bei der Führung eines Gefängnisses effizienter und kostengünstiger arbeiten. Oder wenn herauskommen könnte, dass der Justizvollzug über die Jahrzehnte zu einem aufgeblasenen Apparat herangewachsen ist. Was, wenn Private mit neuen Ideen punkten? Zum Beispiel bei der Unterbringung von Häftlingen, indem sie Anstalten nach Nationalitäten aufgliedern, wie dies schon vor Jahren ein Strafvollzugsexperte forderte.

In den nächsten Jahren werden für Hunderte von Millionen Franken Gefängnisse gebaut. Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb private Investoren sich dabei nicht beteiligen können sollten. Interessenten dafür gibt es. Wenn die Justizbehörden weiterhin auf ihrer Monopolstellung beharren, dann laufen sie Gefahr, dass man ihnen vorwirft, sich um die begrenzten finanziellen Mittel der öffentlichen Hand zu foutieren.

Kommt dazu: Dem Häftling ist es egal, ob er von einem privaten oder staatlichen Mitarbeiter betreut und bewacht wird. Er hat ganz andere Sorgen.

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