neuen Verwaltungsratspräsidenten der SRG gewählt.

Der Kommentar: Auf den Genfer Ex-Diplomaten und ehemaligen CVP-Generalsekretär Loretan wartet ein gerüttelt Mass an Arbeit. Die SRG – das grösste Medienunternehmen der Schweiz – steckt in einem Popularitäts-Tief. Zwar hat Armin Walpen den Sessel als Generaldirektor geräumt, aber die Scherben, die er hinterlassen hat, sind noch da. Es liegt auch und gerade am neuen Präsidenten, den einst guten Ruf der Institution wieder herzustellen und das von seinem Parteikollegen Walpen hinterlassene Glaubwürdigkeits-Defizit zu beseitigen.

Dafür wird Loretan viele Gespräche führen, quasi von Verband zu Verband und von Partei zu Partei weibeln müssen. Dabei ist viel Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick nötig. Denn es mangelt nicht an kritischen Fragen. Zum Beispiel zum geplanten Ausbau des Online-Angebotes der SRG-Unternehmenseinheiten. Und dann gilt es auch noch, politische Lobbyarbeit zu verrichten, um die drohende Gebührenreduktion zu verhindern.

Nicht zu unterschätzen ist Loretans Kontrollaufgabe. Er hat dem machtbewussten Generaldirektor Roger de Weck auf die Finger zu schauen und er sollte bei strategischen Diskussionen mehr als ein blosser Sparringpartner und Schulterklopfer sein.

Quasi im Windschatten der Loretan-Wahl hat sich gezeigt, dass die SP ein medienpolitischer Papiertiger geworden ist. Trotz vollmundiger Ankündigung brachte die Partei keine VR-Kandidatur zustande. Und ist jetzt im neunköpfigen Aufsichtsgremium gerade noch mit Ulrich Gygi vertreten, mithin ohne nennenswerten Einfluss. In Sachen Postenschacher können die Sozialdemokraten von den CVP-Politikern noch eine ganze Menge lernen.

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