Der Kommentar: Die Schweiz hat an der vergangenen Weltausstellung in Mailand ihrem Hauptsponsor Nestlé einen prominenten Platz überlassen. Dafür wurde sie kritisiert. Zu Recht: Sponsoren übernahmen nur einen Drittel der Kosten, dominierten aber den Auftritt unseres Landes. Die Balance stimmte nicht. Die falsche Antwort wäre, den Sponsorenanteil nun zu reduzieren. Im Gegenteil: Er sollte erhöht werden. Wenn Firmen das Schweizer Expo-Budget mehrheitlich finanzieren, stört es auch nicht, wenn sie den Pavillon prägen.

Für die Expo 2020 in Dubai macht der Bundesrat einen Schritt in die richtige Richtung. Er erhöht den Sponsorenanteil von einem Drittel auf die Hälfte. Bei der übernächsten Weltausstellung könnte er erstmals die Mehrheit privat finanzieren lassen. Es genügt, wenn das Aussendepartement mit seinen Leuten den Auftritt koordiniert.

Die Weltausstellungen haben sich in ihrer 166-jährigen Geschichte stark verändert. Während der Industrialisierung etablierten sie sich als technische Leistungsschau. Diesen Stellenwert haben sie inzwischen an Fachmessen abgegeben. Die Expo ist heute eine schrille Weltmesse für Tourismus und Standortmarketing. Die Länderpavillons übertrumpfen sich gegenseitig, indem sie sich noch grösser, noch bunter, noch spektakulärer als die anderen inszenieren. Das ist keine primäre Aufgabe des Staates.

Das Expo-Konzept bleibt auch im digitalen Zeitalter gefragt, obwohl die vermittelten Informationen in jedem Wohnzimmer nur einen Klick weit entfernt sind. Dass die Expo zeitgemäss ist, beweist die Besucherzahl in Mailand: 21 Millionen. Veraltet ist einzig die Finanzierung.

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