Das Hauptargument der Politiker für mehr Schulden ist die hohe Arbeitslosigkeit in ihren jeweiligen Ländern. Die Fakten zeigen aber leider wenig Zusammenhang auf zwischen höheren Staatsausgaben und Arbeitslosenzahlen. Die Staatsdefizite in der EU, alle Unterstützungsmassnahmen eingerechnet, sind letztes Jahr gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert hoch geblieben. Die gesamte Verschuldung im Euro-Raum beträgt mittlerweile über 90 Prozent der Wirtschaftsleistung und wird weiter steigen. Wie kann man da von einer Sparpolitik sprechen?

Um die Wirtschaft anzukurbeln, müssten der Privatwirtschaft Anreize gegeben werden, den Staatsanteil zu erhöhen ist der falsche Weg. Das heisst, es müssten hauptsächlich im Süden Europas weitere Arbeitsmarktreformen gemacht, die Ausbildung verbessert und die Korruption ernsthaft verhindert werden. Die Steuergesetze wären zu reformieren, um das Steuerzahlen effektiver kontrollieren zu können. Unbezahlbare Sozialsysteme müssten reformiert und Steuern gesenkt werden, um bessere Anreize für die Privatindustrie zu schaffen. Das sind Massnahmen, die auf der Hand liegen, die aber die Politiker vieler europäischer Staaten nicht umsetzen werden, sei es aus Gründen der politischen Gesinnung oder aufgrund von politischen Abhängigkeiten ihrer Partei. Deshalb werden wir leider zusehen müssen, wie die Staatsverschuldung steigt und die Mittelschicht weiter verliert.

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