Der Kommentar: Der Fall zeigt, wie nötig eine Regulierung der Rohstoffbranche in der Schweiz ist. Sonst macht sich die Schweiz zum Gehilfen von korrupten und diktatorisch regierenden Staatsführern, die über Schweizer Firmen illegal oder illegitim angeeignete Rohstoffe verschieben – oder die damit verbundenen Gelder.

Eine naheliegende Möglichkeit ist die Unterstellung des Eigenhandels mit Rohstoffen unter das Geldwäschereigesetz. So, wie es für die Banken schon lange gilt. Nach grossem internationalem Druck erliess die Schweiz ab 1998 für ihre Banken strenge Regeln für den Umgang mit Geldern von politisch exponierten Personen. Banken, Vermögensverwalter und Treuhänder müssen seither Vermögenswerte melden und sperren, wenn sie einen begründeten Verdacht auf eine verbrecherische Herkunft haben. Erfüllen sie diese erhöhte Sorgfaltspflicht nicht, können sie sich wegen Geldwäscherei strafbar machen.

Geschadet hat das dem Bankenplatz Schweiz nicht, im Gegenteil. Das Geschäft der Banken wurde gestärkt, ihre Reputation ebenfalls. Was für Banken gilt, sollte auch für den Rohstoffhandel gelten.

Die Rohstoffbranche sollte ausserdem verpflichtet werden, alle Finanztransaktionen mit Regierungen offenzulegen, von den Abnahme- und Lieferverträgen bis zu den Steuern. In den USA und der Europäischen Union ist das bereits der Fall. Es wäre gut, wenn die Schweiz nachzieht. Der Bundesrat hat dazu bis Ende Juni einen Bericht angekündigt. Er sollte auf das Papier rasch Taten folgen lassen.

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