Der Kommentar: Die Schweizer Kulturförder-Institute meinen es gut mit Sophie Hunger. Niemand sonst aus der hiesigen Popszene wird so stark unterstützt und gefördert wie sie. Von Pro Helvetia, der Stadt Zürich, der Fondation Suisa, von Swiss Music Export, dem Migros Kulturprozent und auch noch vom Bundesamt für Kultur, das den Schweizer Musikpreis verleiht. Insgesamt hat die Sängerin sicher mehrere hunderttausend Franken eingestrichen. Von solchen Beiträgen können andere nur träumen.

Dass das den Neid der Branchenkonkurrenz weckt, dass nun gestänkert wird, kann in diesem Zirkus der Eitelkeiten nicht wirklich überraschen. Doch die Frage ist berechtigt: Soll sich Pop nicht selbst finanzieren? Und was hat der Staat in einem kommerziellen Genre zu suchen? Fakt ist: Wenn Schweizer Pop- und Rockmusiker etwas erreichen wollen, müssen sie ins Ausland. Der inländische Markt ist zu klein. Und: Wer im Ausland Fuss fassen will, legt zunächst mal drauf. Dass dabei auserwählte Popmusiker beim Aufbau einer internationalen Karriere unterstützt werden, ist zu begrüssen.

Die Karriere von Sophie Hunger ist dabei beispielhaft. Sie füllt inzwischen, auch dank dieser Export-Hilfe, Konzertsäle in Deutschland, Österreich und Frankreich. Ihr Album «Supermoon» schaffte es 2015 im Musikmagazin «Rolling Stone» auf Platz 21 der Jahresbestenliste. Sophie Hunger hat es geschafft, ihr ausserordentliches Talent und Können sind unbestritten. Sie ist eine erstrangige kulturelle Botschafterin der Schweiz. Wieso soll der Preis für den klassischen Musiker Heinz Holliger selbstverständlich sein und der für die Popmusikerin Sophie Hunger nicht? Die 33-Jährige hat ihn verdient. Wir gratulieren.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper.