Rund ein Drittel aller Hinweise für mögliche Themen und Recherchen erhalte ich heute via Facebook oder Twitter – als Direktnachricht aus meiner Community. Ohne Social Media – so viel sei der telefonverbindungsdatenfixierten Zürcher Staatsanwaltschaft verraten – hätte ich die Mörgeli-Entlassung an der Universität Zürich wohl nicht zweifelsfrei erhärten können.

Erstmals haben Medienforscher für das «Jahrbuch Qualität der Medien», das morgen Montag publik wird, untersucht, ob Facebook und Twitter auch als Publikationskanal «journalistischen Mehrwert» generieren. Das Ergebnis: Wir Journalisten beschäftigen uns in sozialen Medien primär mit uns selbst und unserer Branche. 30 Prozent aller Tweets behandeln Medienthemen, rund 25 Prozent davon Medienkritik.

«Twitter statt Bier» zur Selbstreflexion – davon handelte bereits eine meiner Medienkolumnen. «Auf Twitter hat sich tatsächlich eine medienkritische Plattform herausgebildet», stellt jetzt auch die Empirie der Medienforscher fest. Das ersetzt nicht Medienthemen in den Medien, wie die Forscher schreiben – hat aber einen Vorteil: Journalisten werden gläsern. Und das ist gut so.

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