Der Kommentar: Die Schweiz surft auf einer Welle des Erfolgs. Diese Woche gab es gleich zwei neue Frohbotschaften: Unser Land liege unangefochten auf Platz eins der wettbewerbsfähigsten Länder der Welt, heisst es in einer Studie. In einer anderen prophezeit die Credit Suisse der Schweiz ein kleines Wirtschaftswunder: Wir seien so reich, dass wir sechsmal den Neat-Basistunnel bauen oder zehnmal die Olympischen Spiele austragen könnten.

Das ist zu schön, um wahr zu sein. Ein Grundstein des Erfolgs bildet zwar die Politik der Schweizerischen Nationalbank. Die Einführung der Eurountergrenze vor einem Jahr hat Stabilität in unsere Exportwirtschaft gebracht. Unternehmer können auf Basis der Kursuntergrenze für die Zukunft planen. Sie sind nicht mehr den täglichen Schwankungen der Devisenmärkte ausgesetzt.

Doch es ist lediglich eine Pseudosicherheit, die ihnen die Nationalbank bietet. Niemand kann auf alle Ewigkeit die entfesselten Marktkräfte ausser Gefecht setzen, auch die Nationalbank nicht. Irgendwann wird der Schweizer Franken seinen historischen Kurs fortsetzen und sich gegenüber allen wichtigen Währungen aufwerten.

Unternehmer wissen das und bereiten sich darauf vor. Und die Politik? Da sind Zweifel angebracht. Sie hat es verpasst, die Schweizer Volkswirtschaft auf härtere Zeiten einzustellen, die möglicherweise bald anbrechen könnten. Dem Bundesrat, allen voran Wirtschaftsminister Schneider-Ammann, fehlt schlicht der Plan, wie die Berufsbildung und Spitzenforschung reformiert werden muss, damit wir auch in Zukunft einen Spitzenplatz einnehmen. Er sollte sich schleunigst darum kümmern.

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