Der Kommentar: Pünktlich zum Beginn der Skiferien in den meisten Kantonen ist der Schnee doch noch gekommen. Dennoch rechnen die Tourismusregionen mit Umsatzrückgängen. Schnell ist der schwache Euro als Erklärung zur Hand. Doch der Spass ist auch vielen, die ihren Lohn in harten Franken bekommen, zu teuer geworden. Es rächt sich jetzt, dass die Bergbahnen Jahr für Jahr aufgeschlagen haben, als wäre es ein Naturgesetz. Um die 70 Franken kostet die Tageskarte nun vielenorts.

Würden die Bergbahnen wie normale Unternehmen funktionieren, hätten sie längst zu sparen begonnen. Doch satt Kosten zu senken, erhöhen sie die Preise. Und investieren wild drauflos: Noch mehr Schneekanonen (die nichts bringen, wenn es zu warm ist), noch mehr Pistenkilometer (für die die Ferien zu kurz sind), Sitzheizung auf dem Sessellift (nach der niemand verlangt hat). Für einzelne Luxusdestinationen mag das die richtige Strategie sein, für Familienorte sicher nicht. Auch Zusammenschlüsse von Skigebieten dienen oft nur als Legitimation für Preiserhöhungen: Für viele Familien wäre Arosa oder Lenzerheide absolut ausreichend, aber man kann nur noch Tickets für beide Gebiete zusammen lösen – für 72 Franken pro Tag.

In der Tourismus-Debatte stehen die Hotels in der Kritik. Doch bei ihnen hat der Gast immerhin die Auswahl. Die Bergbahnen hingegen, meist in öffentlichem Besitz, haben Gebietsmonopole und gebärden sich oft auch so. Da werden Halbtageskarten angeboten, die kaum günstiger sind als Ganztageskarten. Zum Glück nicht überall. Und es gibt auch nach wie vor Gebiete, die bezahlbar sind. Ein bisschen einfacher zwar und ohne Sitzheizung. Aber vielleicht ist gerade das die Zukunft.

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