Skandal

Einfach nur frech? In der Euphorie über die Stränge geschlagen? Irgendwie sogar noch lustig? Es ist der bequemere Weg, die Schläge von FCB-Verteidiger Aleksandar Dragovic auf den Hinterkopf von Bundesrat Ueli Maurer als Lausbubenstreich abzutun. Aber das ist es nicht. Dragovic hat sich nicht nur daneben benommen, sondern seine Vorbildfunktion vergessen. Dass er offenbar nicht wusste, wen er da abwatschte, ist kein mildernder Umstand. Wer den Cupfinal gewinnt, kann davon ausgehen, dass ihm nicht der Platzwart die Medaille umhängt. Hier ging es auch nicht um ein lustiges Klassenfoto, sondern um ein Grossereignis vor laufenden TV-Kameras.


Nein, das war keine Bagatelle im jugendlichen Übermut – auch wenn es Maurer so sieht und als Sportminister damit den Ball flach halten will. Dragovics Aussetzer war kein Einzelfall auf Basler Seite: Die FCB-Fans foutierten sich mit Sprechgesängen um die Nationalhymne, Xherdan Shaqiri zeigte den Luzerner Fans den Mittelfinger und Marco Streller sagte, FCL-Präsident Walter Stierli solle sich «an diesem komischen See alleine betrinken». Von Yann Sommers Zungenspielen gar nicht erst zu reden.

Bei allem Respekt vor den grandiosen Erfolgen des FC Basel: All diese Vorfälle legen eine Arroganz offen, die leider auch von fehlendem Charakter zeugt. Das war nicht der FC Basel, sondern der FC Primitiv.

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