US-Banken, die wieder so hohe Gewinne machen wie vor der Krise.

Es gibt mehrere Gründe dafür. In den USA sieht man das Geschäft der Banken viel stärker im Kontext zur gesamten Wirtschaft und gibt ihnen mehr Spielraum, sich von Krisen zu erholen. Daraus resultieren grössere Gewinne, die das Kapital stärken und das Wirtschaftswachstum steigern.

In Europa glauben wir, dass sofortige staatliche und regulatorische Eingriffe notwendig sind, um die Banken sicherer zu machen. Dies bedeutet in der Regel höhere Kapitalanforderungen als vorher für das gleiche Geschäft, was kleineren und etwas sichereren Banken aber wenig Wirtschaftswachstum bringt.

Die Schweiz ist ein Sonderfall, da unsere zwei globalen Banken wegen ihrer Grösse im Verhältnis zum Land sicherer sein müssen und es auch immer waren, wenn auch einige anderer Meinung sind. Der beste Beweis dafür ist, dass sie in kürzester Zeit ihr Kapital stärker erhöht haben als vorgeschrieben oder als notwendig gewesen wäre. Hauptsächlich um ihr Private-Banking-Geschäft
zu schützen, aber auch um den regulatorischen und politischen Druck zu mindern.

Der Preis dafür sind weniger Arbeitsplätze, tiefere Gewinne und Bilanzen. Das scheint unserer Nationalbank aber noch nicht zu genügen, sie findet die Bankbilanzen immer noch zu hoch – derweilen sie selbst ihre eigene Bilanz um ein Vielfaches erhöht hat und die dazugehörenden Resultate liefert. Sind die Regulierer jetzt die neuen Spekulanten? Viel Glück.

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