Der Kommentar: Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo eine neuer Hacking-Fall Schlagzeilen macht. Es zeigt sich eindrücklich: Gefeit vor solchen Angriffen ist nichts und niemand.

Die von Unbekannten via Internet verbreiteten Dokumente der Mailänder Firma ermöglichen immerhin einen tiefen Einblick in einen zynischen Teil einer Branche. Er schwatzt von ethischer Verantwortung, doch es geht ihm um immer noch grössere Gewinne. Und um den Kick im Wettrennen um immer ausgeklügeltere und perfidere Spionagetools, die immer tiefer in die Privatsphäre der Menschen eindringen.

Zwar betonte Hacking Team in den gehackten E-Mails immer wieder, dass die Firma nur an Regierungen verkaufe oder an Firmen im Regierungsauftrag. Und verlangte eine Unterschrift, die das bestätigt. Aber ob die Spionage-Software an afrikanische Diktatoren ging oder Schweizer Kantonspolizisten, war einerlei. So tauchen auf den sauber geführten Kundenlisten Länder wie Sudan auf, Aserbaidschan, Usbekistan, Kasachstan.

Es hilft nichts, Armeen, Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden immer weiter mit Spionagetools aufzurüsten. Es bräuchte internationale Abrüstung. Ein weltweites Umdenken, eine weltweite Anstrengung im Kampf gegen diese andere Art von Kriegsmaterial und diese Art von Terrorismus.

Nur ist leider so schnell keine Abhilfe zu erwarten. Bis dahin bleibt jedem Einzelnen von uns nichts anders übrig, als viel vorsichtiger umzugehen mit den eigenen Daten, dem eigenen Handy und Computer. Denn sicher ist nur, dass gar nichts mehr sicher ist.

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