Der Kommentar: Schon bei kleinsten Verkehrsstörungen bilden sich auf der A 1 zwischen Zürich und Bern Staus. So verzeichnete der Grossraum Baregg im Jahr 2012 über 337 Stautage. Trotz den vom Bundesamt für Strassen (Astra) ausgewiesenen Kapazitätsengpässen auf der A1 geniesst ein durchgehender 6-Spur-Ausbau beim Bund keine Priorität.

Der Bundesrat legt in seiner Botschaft vom 26. Februar 2014 dar, dass bis ins Jahr 2030 über 490 Kilometer des Nationalstrassennetzes regelmässig überlastet sein werden, was mehr als einem Viertel des gesamten Netzes entspricht. Es braucht den 6-Spur-Ausbau der A 1 jetzt – und nicht erst in 25 bis 30 Jahren! Damit dieser in absehbarer Zeit realisiert werden kann, ist jetzt zu planen, und die durch Verhinderer leider oft langwierigen Bewilligungsverfahren müssen heute angegangen werden.

Die Automobilisten standen 2014 über 21 000 Stunden im Stau – ein Rekordwert. Rund zwei Drittel der Staustunden sind auf das nicht mehr bedarfsgerechte Nationalstrassennetz zurückzuführen. Diese untragbare Lage kostet die Schweizer Steuerzahler und die Wirtschaft jährlich über 1,5 Milliarden Franken. Ein Zuwarten des durchgehenden Ausbaus der von Engpässen besonders stark betroffenen A 1 auf 6 Spuren zwischen Bern und Zürich ist wirtschaftsschädigend und belastet zudem unnötig die Umwelt und damit auch uns alle. Eine Zumutung für die staugeplagten Automobilisten.

Die täglichen Staus auf der A 1 zwischen Zürich und Bern behindern Berufspendler und Gewerbetreibende gleichermassen. Arbeitnehmende, die auf dem Arbeitsweg im Stau stecken, sind unproduktiv und verlieren viel Zeit, die sie sinnvoll am Arbeitsplatz oder zu Hause bei Familie und Freunden einsetzen könnten. Sitzen Gewerbetreibende regelmässig im Stau, verteuert dies die Arbeiten, die sie ausführen müssen, was letztlich die Konsumenten berappen müssen.

Die A 1 ist die Hauptverkehrsstrecke zwischen Ost und West und führt durch eine dicht besiedelte Region. Ist das Fortkommen auf der A1 gestört, wirkt sich dies negativ auf andere Abschnitte des Nationalstrassennetzes aus und hindert auch in anderen Regionen Pendler, Gewerbetreibende und Transportunternehmer bei ihrer täglichen Arbeit. Durch die zunehmenden Staustunden auf Nationalstrassen wird zudem der Umfahrungsverkehr auf den Kantons- und Gemeindestrassen täglich intensiver. Statt Nationalstrassen auf das notwendige Niveau auszubauen, werden aktuell Agglomerationen unnötig zunehmend belastet, und der Verkehr wird zum Leidwesen aller in die falsche Richtung gelenkt.

Als eigentliche Lebensader des Schweizer Mittellands bietet die A 1 eine der zentralen Voraussetzungen für Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum. Ohne Beseitigung der Engpässe auf den überlasteten Abschnitten ist die Funktionsfähigkeit der A 1 zukünftig nicht mehr gewährleistet. Ihr zeitgerechter 6-Spur-Ausbau zwischen Bern und Zürich ist unabdingbar. In den Anrainer-Kantonen Aargau und Zürich leben mehr als 2 Millionen Menschen. Laut allen Prognosen wird sich diese wertschöpfungsstarke Region auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sehr dynamisch entwickeln. Bereits heute ist das Verkehrsaufkommen auf der A 1 enorm; tägliche Staus auch ausserhalb der Spitzenzeiten sind Normalität. Es ist unbestritten, dass sich die Stauproblematik in den kommenden Jahren nochmals stark akzentuieren wird.

Das Mittelland, neben der Genfersee-Region, die unter denselben Problemen leidet, der zentrale Wirtschaftsmotor der Schweiz, braucht dringend eine Kapazitätserweiterung der A 1, um auch in Zukunft ihren wichtigen Beitrag zum Wohlstand der Schweiz leisten zu können. Alles andere würde das Mittelland in seiner Entwicklung zurückbinden.

Zu guter Letzt dient ein 6-Spur-Ausbau der A 1 auch der Verkehrssicherheit. Staubildungen auf Autobahnen sind grosse Gefahrenherde. Aufgrund des Stop-and-go-Verkehrs kommt es immer wieder zu Auffahrunfällen und aufgrund des Umfahrungsverkehrs vermehrt zu unnötigen Unfällen in den Agglomerationen. Eine Verflüssigung des Verkehrs auf Nationalstrassen dient damit auch der Verkehrssicherheit im Interesse aller Verkehrsteilnehmer.

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