Der Kommentar: Die Ski- und Tourismusindustrie atmet auf: Wie schon in den Jahren zuvor flimmern bereits Ende Oktober wunderbare Skibilder in die Stuben unter der Nebeldecke und machen Lust auf den Winter. Der frühe Auftakt in die Weltcupsaison hat sich längst etabliert und die Gletscherrennen von Sölden sind im Weltcupkalender zum Klassiker geworden.

Ski fahren, das hat in der Schweiz in den letzten Jahren eine wahre Renaissance erlebt. Statt nur ein Brett schnallen sich auch die jungen Leute wieder vermehrt zwei Bretter an die Füsse. Die Verkäufe von Snowboards stagnieren, Ski fahren ist im Trend. Allerdings sind es die Freeride-Ski, die bei der jungen Generation gefragt sind.

Nicht mit breiten Freeride-Ski, die im Neuschnee für Auftrieb sorgen, sondern mit taillierten Rennski starten an diesem Wochenende die Frauen und Männer auf dem Rettenbachgletscher in Sölden in diesen WM-Winter. Dabei brachte das Rennen der Frauen aus Schweizer Sicht eine erste kleine Ernüchterung.

Das Comeback von Lara Gut fiel nicht derart überzeugend aus, wie man sich das da und dort erhofft hat. Auch Wunderkinder können nicht immer Wundersames leisten. Aus Schweizer Sicht durfte nur einer jubeln. Trainer Thomas Stauffer, der auf diese Saison das deutsche Frauenteam übernommen hat und seine Premiere gleich mit einem Doppelsieg krönte. Und jubeln durften auch die Tourismusverantwortlichen im Ötztal. Deutsche Skierfolge sind für die Veranstalter von eminenter Bedeutung.

Denn die meisten Gäste, die mit den Oktoberrennen angesprochen werden sollen, kommen aus Deutschland. Und erstmals seit einigen Jahren hat auch das deutsche Fernsehen das Rennen wieder direkt übertragen.

Zum grossen Showdown wird es aber erst heute kommen. Und da haben die zuletzt so erfolgsverwöhnten Schweizer einige Trümpfe im Einsatz. Vorjahressieger Didier Cuche und Riesenslalom-Olympiasieger Carlo Janka, der im vergangenen Jahr hier Dritter war, führen das Team an. Die Erwartungen sind riesig, werden aber von Cheftrainer Martin Rufener gedämpft. «Mit einer Klassierung in den ersten fünf wäre ich zufrieden», sagt Rufener.