«Es machte uns mehr Sorgen, als es Nutzen brachte», bestätigte mir ein Banker im privaten Gespräch. Darum ist man inoffiziell in Bankenkreisen gar nicht unglücklich, «dass diese Hypothek von unseren Schultern genommen wird».

In den letzten drei Wochen habe ich Nordamerika bereist. Und dabei konnte ich die Schlussphase des Gerangels mit dem amerikanischen Steuervogt hautnah beobachten.

Anfänglich wurden wir Schweizer belächelt. «Euch haben wir längst im Würgegriff», liess mich ein amerikanischer Regierungsvertreter schon fast mitleidig wissen.

Doch dann hatte der «little Swiss boy» (es lebe das Appenzellerland) Nachrichten für die siegestrunkenen Amerikaner. Bundespräsident Merz und seine Experten aus dem Finanz- und dem Justizdepartement konterten das amerikanische Ultimatum lapidar:

«Falls das Gericht in Miami eine Editionsverfügung (Herausgabe der Bankunterlagen) erlässt, werden wir unsererseits eine bundesrätliche ‹Blocking Order› verfügen.» Damit wäre der UBS jedwede Herausgabe von Kundendaten untersagt worden. Und die Amerikaner wären plötzlich auf Jahre hinaus mit leeren Händen dagestanden.

Dieser geschickte Schachzug unseres Bundespräsidenten liess die Amis sprachlos. «The Poker Player from the mountains has had us» (Der gerissene Pokerspieler aus den Bergen hat uns aufs Kreuz gelegt), wurde mir gleich mehrmals anerkennend zugestanden.

Für mich ist der Steuerdeal – um in der Sprache der Jasser bleiben – ein klassischer Unterzug, der die Gegner voll erwischt hat. Mein Applaus ist Bundespräsident Merz und seiner Mannschaft sicher. Umso mehr als Merz mit dem schnellen Vergleich auch alle möglichen parlamentarischen Diskussionen vermieden hat.

Doch jetzt läuft die zweite Halbzeit: Harte Knochenarbeit auf allen Stufen ist angesagt. 4450 Dossiers wollen geprüft und gebüschelt sein. Und das unter grösstem Zeitdruck. Wirklichkeitsfremd wirken die ersten Reaktionen von linker Seite.

Ihr wurde die erträumte Mitsprache bei der UBS mit einem Federstrich entzogen. Die grösste Sorge von SP und Grünen ist jetzt die Kostenfrage. Als ob die angesagten 40 Millionen Extra-Aufwendungen bei dem drohenden Milliardenrisiko eine Rolle spielten. Und das bei einem coolen Aktiengewinn von 1,2 Milliarden. Ein Offside-Pfiff ist fällig!