Der Kommentar: Die Londoner «Financial Times» bediente sich gestern einer Metapher, die ziemlich demütigend anmutet. Wenn die Schweiz den Euro und den Dollar bewegen wolle, sei das etwa so, wie wenn «der Schwanz mit dem Hund wedelt». In der Tat geht die Nationalbank (SNB) mit ihrer Wechselkursuntergrenze von 1.20 Franken pro Euro ein historisches Wagnis ein.

Niemand weiss, wie teuer dieses Versprechen zu stehen kommt: Wenn die globalen Marktkräfte den Wert unter 1.20 drücken wollen, muss die SNB Euro für Hunderte von Milliarden Franken aufkaufen, um Gegensteuer zu geben. Der britische «Economist» kommentierte, die Aktion könne für die SNB-Bilanz mit einem «gigantischen Schlag» enden.

Die Schweiz steht auch im Steuerstreit einem übermächtigen Gegenspieler gegenüber. Die USA fordern ultimativ von zehn Instituten, darunter die CS, Kundendaten nach Washington zu schicken. Bisher wehrt sich die Schweiz tapfer dagegen – anders als im Fall UBS vor zwei Jahren wurden nach heutigem Wissensstand keine Kunden verraten, sondern «nur» statistische, abstrakte Daten zum Umfang der Steuerhinterziehung an die US-Behörden übermittelt. Ueli Maurer ruft im «Sonntag»-Interview Durchhalteparolen aus: «Wir müssen die USA dazu zwingen, dass alles innerhalb des ordentlichen rechtlichen Rahmens abläuft» und man müsse verhindern, dass Amerika zum «Faustrecht» greife.

Der Bundesrat hat selbstverständlich recht. Und dennoch ist unsicher, ob die Schweiz am Ende nicht doch wieder nachgeben muss. Auch hier sind wir eben bloss der Schwanz, nicht der Hund.

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