Der Kommentar: Politiker haben naturgemäss sehr unterschiedliche Interessen. Aber nach all den endlosen und teuren Skandalen und Affären setzt sich langsam über Parteigrenzen hinweg die Erkenntnis durch: Wir brauchen einen sauberen Finanzplatz. Weil in Zukunft nur ein sauberer Finanzplatz ein erfolgreicher und starker Finanzplatz ist.

Ein Finanzplatz kann nur sauber gehalten werden, wenn er über eine starke, unbestechliche Aufsichtsbehörde verfügt. Die ihre Arbeit unabhängig und ohne Interessenkonflikte machen kann und auch machen will. Eine starke Aufsicht steigert automatisch auch Ansehen und Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes, weil schädliche Skandale und Affären bestmöglich verhindert werden.

Eine starke Aufsicht muss glaubwürdig sein und auch den Mut haben, kritische Prüfungen und Untersuchungen gegen ihre Beaufsichtigten selber durchzuführen. Und dann die entsprechenden Sanktionen zu verordnen. Eine Aufsicht aber, die solche Arbeiten extern vergibt, wie das im Fall CS geschehen ist, entzieht sich ihrer Verantwortung, sie verliert ihre Autorität und ihre Legitimation.

Der heutige Verwaltungsrat der Finma besteht mehrheitlich aus Branchenvertretern, die sich gegenseitig schonen, wenns hart auf hart geht. So erweist die Behörde dem Finanzplatz, den sie stärken sollte, einen Bärendienst. Bundesrat und zuständige Finanzministerin müssen dringend dafür sorgen, dass unabhängige Kräfte im Verwaltungsrat der Finma die Mehrheit stellen. Auch das braucht Mut. Aber alles andere schadet dem Finanzplatz.

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