Der Kommentar: Nach der jahrelangen Diskussion um die steigenden Preise im Gesundheitswesen rückt zunehmend ins Bewusstsein, dass die steigende Zahl medizinischer Leistungen mindestens ebenso sehr für die steigenden Krankenkassenprämien verantwortlich ist. Sprich: Patienten, die nach immer mehr Operationen, Medikamenten und Diagnosen verlangen. Und Ärzten und Spitälern, die diesem Wunsch bereitwillig nachgeben.

Ein guter Teil der Operationen ist aus rein medizinischer Sicht unnötig, wird aber in der Schweiz dennoch häufig durchgeführt. Umso erfreulicher ist, dass die Ärzteschaft nun selber die Initiative ergreift, um auf sinnlose Behandlungen zu verzichten und sie aus dem Leistungskatalog der Grundversicherung zu streichen.

Damit werden zwar die hochgelobte Wahlfreiheit des Patienten und die bisher unlimitierte Therapiefreiheit des Arztes etwas eingeschränkt. Aber wenn es mit einem besseren Behandlungsresultat und einem grösseren Nutzen für den Patienten einhergeht, ist dagegen wenig einzuwenden.

Die Ärzte sind sich offenbar zunehmend bewusst, dass weniger mehr sein kann. Gut so. Es geht wohlgemerkt nicht um eine Rationierung wie in anderen Ländern. Im Gegenteil soll diese mit dem Verzicht auf unnütze und teure Behandlungen vermieden werden. Damit wird trotz beschränkter Gesundheitsbudgets der Zugang aller zu den wirklich wichtigen Leistungen gesichert.

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