Schliessungen von Schaltern, sei es bei der Bahn oder der Post, führten noch vor wenigen Jahren zu Aufständen in den Dörfern. Als der damalige Post-Chef Ulrich Gygi ankündigte, jede dritte Poststelle dichtzumachen, provozierte er sogar eine nationale Volksinitiative, welche das Filialnetz erhalten wollte. Die «Ballenberg-Initiative» wurde 2004 um ein Haar angenommen. Heute ist das anders. Zwar werden da und dort noch Unterschriften gesammelt, wenn wieder ein Standort verschwindet, aber insgesamt gehen die Abbauprogramme, die hübsche Titel wie «Railfit» tragen, ziemlich geräuschlos über die Bühne. Letztlich wollen wir Konsumenten es ja so: Wir kaufen Billette übers Smartphone, verschicken keine Briefe mehr und begleichen Rechnungen via E-Banking.

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten und erfasst mehr und mehr Lebensbereiche. Im Coop kommt es vor, dass die Schlangen vor den Self-Scanning-Kassen länger sind als bei der Verkäuferin. Es gibt McDonald’s-Filialen, wo man ans Computer-Terminal verwiesen wird, wenn man an der Theke bestellen will. In den USA testet Uber seit dieser Woche selbstfahrende, führerlose Taxis. Und in Deutschland sind in Altersheimen erste Roboter im Einsatz.

Wenn man will, hat man im Alltag immer weniger mit Menschen zu tun. Und wenn man nicht will? Dann auch, früher oder später. Wir können es zwar machen wie mein Vater beim Kauf der General-Abos. Aber die Erfahrung zeigt: Am Ende setzt sich die Technik durch.

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