Ruhig bleiben, liebe Eltern!

Die Nachricht: Der japanische Hersteller Sanrio macht mit der Kinder-Kultmarke «Hello Kitty» Rekordumsätze. Bereits gibt es 50 000 verschiedene Produkte mit dem Kätzchen.

Der Kommentar: Also, es ist so. Ich persönlich bin entschieden gegen dieses ganze Markenzeugs für Mädchen. «Hello Kitty» allen voran. Ich finde dieses in Rosa (wahlweise auch Rot) getünchte Kätzchen sowieso nicht süss. Und ein Faible für die Farbe Rosa hatte ich noch nie. Unter dem Strich finde ich zudem die Strategie der Milliardenmultis, schon Kleinkinder mit ihren Produkten anzufixen, hochgradig problematisch.

Hat man jedoch selber Kinder, merkt man schnell: Sich dagegen aufzulehnen, nützt nichts. Kaum sind sie aus dem Babyalter raus, entdecken die Kleinen die Welt. Damit auch Unsinniges wie eben Hello Kitty. Oder Barbie. Oder Filly. Wer glaubt, dem Kind dauerhaft die Lust auf die rosa Puppe vermiesen zu können, täuscht sich selber. Und merkt auch schnell einmal, wie man sich selbst den Tag retten kann, wenn man mal nachgibt.

Dem Kind die dämliche Hello-Kitty-Tasse kaufen, um es bei Laune zu halten? Natürlich schwört man sich, eine solch fragwürdige pädagogische Handlung niemals anzuwenden. In keinster Weise! Heute Hello Kitty, morgen die Gucci-Tasche? Der Anfang vom Ende.

Nur, weise Eltern wissen doch auch: alles, was gerade ist, geht vorüber. Fast alles. Gehen wir Eltern also nicht allzu stark mit uns selber ins Gericht, lassen wir vielmehr Milde walten. Und vertrauen wir darauf: Erziehung erfolgt nicht über Konsumgüter, sondern über Werte. Es geht darum, den Kindern die eigene Lebenseinstellung und Lebenshaltung zu vermitteln. Das wird auch der Kauf einer Hello-Kitty-Tasse nicht zunichtemachen.

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