Mit Shows lässt sich Geld verdienen. Auch 2012 werden Amerikaner mit zig Wahl-Produkten überschwemmt. Wer zum Beispiel vor dem Sex eine politische Diskussion haben möchte, kauft sich ein Kondom mit dem Konterfei der Kandidaten. Das Verkaufsargument für den Obama-Gummi lautet: „Won’t break as easily as his promises“ – platzt nicht so leicht wie seine Versprechen. Und Romneys Verhütungsprodukt ist „great for any position“ – perfekt für jede Position. Eine Anspielung auf Romneys stets wechselnde Meinungen zu politischen Themen.

Kaffeetrinker für Obama
Die Minisupermarkt-Kette 7-Eleven reitet mit politischem Kaffee auf der Wahl-Welle und startete rechtzeitig die Marketingkampagnen „7-Election“. Die Kunden haben bei ihrem morgendlichen Koffein-Ritual die Wahl zwischen einem Obama- oder einem Romney-Becher. Der Slogan der Kampagne: „Get your steaming hot cup of democracy“ – holen Sie sich ihre heisse Tasse Demokratie. Die süssen Donutgebäcke heissen bis zur Wahl „Republi-crème“ und „Donu-crat“.

Die über 8000 7-Eleven-Shops werten die Verkäufe aus und versuchen so, den Wahlausgang in den einzelnen Staaten vorherzusagen. Die Lage an der nationalen Kaffee-Front sieht klar aus: Obama führt mit 60 Prozent. Comedian Stephen Colbert hatte diese Woche eine einfache Erklärung dafür: Mormonen trinken keinen Kaffee! Allerdings kommt laut der „Chicago Tribune“ auch der Online-Händler Foot Cardigan, der Wahl-Socken verkauft, auf das gleiche Resultat.

„Bliss Spa“ hat momentan Election-Nagelsticker im Angebot. Esel und Elefant – die Maskottchen der beiden Parteien – sind auch erhältlich. Diese spezielle Manicure kostet 55 Dollar. Wem das zu teuer ist, kann natürlich auch nur Body Lotion kaufen, jene mit Orangen-Geruch von Obama, oder jene mit Pfefferminze von Romney. Und die Firma American Chia preist für 17.99 Dollar Büsten der Kandidaten an, denen grünes Pflanzenhaar wächst.

Wer verliert, der fliegt
Wer bei „Pizza Hut“ lebenslang gratis Pizza essen will, muss an der nächsten Präsidentschaftsdebatte am Dienstag einen der beiden Kandidaten fragen, was seine Lieblingspizza ist. Und die Airline Jet Blue verschenkt in einem Wettbewerb Flucht-Flüge aus dem Land für Anhänger des Wahlverlierers.

Auch die Kandidaten selber versuchen ihre Kampagne kommerziell auszuschlachten. Laut „USA Today“ hat Team Obama vier mal mehr Werbeprodukte als Team Romney produzieren lassen. Seien es T-Shirts, Baseballmützen oder Autosticker. Ein Obama-Hundeband gibt es für 12 Dollar, eine Grillzange für 40 Dollar und einen Joe-Biden-Bierhalter für 10 Dollar. 2008 scheffelte Obama so 37 Millionen Dollar, mit einem durchschnittlichen Verkaufsbetrag pro Shopper von 43 Dollar. Romney Anhänger können sich für 30 Dollar eine silberne „R“-Halskette kaufen, für 3 Dollar einen Anstecker mit der Aufschrift „Katholiken für Romney“ oder einen Babyanzug für 20.12 Dollar.

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