Der Kommentar: Die Warnungen von Nationalbank und Finanzmarktaufsicht (Finma) sind zahlreich: Der Schweiz könnte eine Immobilienblase drohen, weshalb die Banken bei der Vergabe von Hypotheken Vorsicht walten lassen sollen. Die Beteuerungen der Finanzinstitute sind ebenfalls zahlreich: Für Risikohypotheken im Luxusbereich verlange man mehr Eigenkapital, wodurch das Risiko eines Preisrückgangs aufgefangen werde. Die Offertenanfragen des «Sonntags» zeigen jedoch: Die Banken gehen nach wie vor zu hohe Risiken bei der Vergabe von Hypotheken für Luxusimmobilien ein.

Der Bund will zwar Hochrisiko-Hypotheken durch höhere Eigenmittelanforderungen unattraktiver machen. Das Problem ist damit aber nicht gelöst. Notwendig ist zusätzlich eine erneute Verschärfung der Richtlinien der Bankiervereinigung zur Hypothekarvergabe.

Eine einfache Lösung wäre eine dynamische Regulierung, welche die Höhe des Hypothekarzinses an die Höhe der jährlichen Amortisationsraten koppelt. Je tiefer der Zins, desto höher die Amortisationsrate. In Tiefzinsphasen müssten so wesentlich höhere jährliche Amortisationsraten bezahlt werden. Somit wäre es kaum mehr möglich, sich einen Lebensstandard anzugewöhnen, den man sich bei einer Zinserhöhung nicht mehr leisten kann. Denn wird heute aggressiver amortisiert, ist die Hypothek und somit das Risiko morgen kleiner. Die Finma muss die Richtlinien der Bankiervereinigung zwingend um weitere Punkte ergänzen.

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