Was Programmstruktur und Sendeformate betrifft, kann Ringier auf Vorarbeiten der Abteilungen «Ringier Entertainment Fernsehen» und «Ringier Business Development» zurückgreifen, die 2011 einen möglichen Kauf von 3+ und Tele Züri vorbereitet haben. Im Juni 2011 stoppte die Ringier-Geschäftsleitung die Verhandlungen. Gegen Tele Züri sprach die beschränkte regionale Verbreitung. Die Übernahme von 3+ scheiterte an den Preisvorstellungen von 3+-Gründer Dominik Kaiser. 2012 verhandelte Ringier erneut mit Kaiser über eine Beteiligung an seinem neuen Kanal 4+, der inzwischen von Kaiser allein gestartet wurde. Kaiser hat Verhandlungen mit Ringier stets bestritten. Laut Gerüchten soll Ringier auch mit der SRG über die Lancierung eines gemeinsamen Kanals gesprochen haben.

Anfang Juni dieses Jahres gab Ringier den Ausstieg aus dem gemeinsamen Vertrag zwischen den privaten Verlagshäusern mit der SRG und die Einstellung seiner «PresseTV»-Sendungen (u. a. «cashTV», «Gesundheit Sprechstunde») auf SF 2 bekannt. Wie der «Sonntag» damals enthüllte, entledigte sich Ringier damit auch einem geheimen Vertragspassus, der den beteiligten Verlagen Investitionen in eine einheimische Konkurrenz zu den SRG-Kanälen verbietet.

Gleichzeitig stoppte das Verlagshaus auch die Medienpartnerschaft der «Schweizer Illustrierten» mit dem SF-Promimagazin «Glanz & Gloria». Auf dem Ringier-Kanal soll die «Schweizer Illustrierte» jetzt eine eigene Promi-Sendung produzieren.

Unklar ist bislang laut den vorliegenden Informationen der Name des Ringier-Senders. Nach den öffentlich-rechtlichen Sendern SF 1 und SF 2 und den beiden nationalen Privatsendern 3+ und 4+ bleibt Ringier nur die Zahl fünf für ihren Kanal, was intern nicht gerade als optimal erachtet wird.

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