Der Kommentar: Welches ist das wertvollste Unternehmen Deutschlands? Nein, es ist kein Autoproduzent und auch keine Pharmafirma: Der Informatikkonzern SAP wiegt an der Börse jetzt mehr als 100 Milliarden Euro. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» rechnet vor, dass SAP mehr wert ist als Lufthansa, Deutsche Bank, Commerzbank, ThyssenKrupp und eine Reihe anderer bekannter Firmen zusammen.

In den USA wiederum ist der Software-Dinosaurier Microsoft, den man vor kurzem schon abgeschrieben hatte, zu neuem Leben erwacht. An der Börse knackte die Aktie am Freitag die Rekordmarke aus dem Jahr 1999. Microsoft setzt wie SAP auf die Cloud. Bereits einen Viertel seines Umsatzes macht das Unternehmen, das wir von «Word» und «Powerpoint» her kennen, mit diesem Geschäft.

Das ist schön für die IT-Konzerne und ihre Aktionäre, doch vom Durchbruch der Cloud werden früher oder später Tausende von Klein- und Mittelbetrieben auch in der Schweiz profitieren. Sie können Kosten für Hard- und Software und deren Unterhalt sparen und verbessern die Datensicherheit. Google setzt ebenfalls auf die Cloud – im Silicon Valley ist der Baselbieter Urs Hölzle dafür verantwortlich. Zur «Schweiz am Sonntag» sagte er kürzlich, in drei Jahren würden Firmen ihre Daten kaum noch auf eigenen Servern lagern. Man werde sich fragen: «Kann ich es mir wirklich leisten, meine Daten nicht in der viel ausgereifteren und sicheren Cloud zu speichern?» Wir werden unsere Daten also vermehrt amerikanischen oder deutschen IT-Giganten anvertrauen. Ironischerweise, weil sie dort sicherer sein sollen.

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