Der Kommentar: Damit hat sich der Mythos vom ver-meintlich sicheren Pensionskassensystem selbst erledigt. Erstaunt muss der Durchschnittsbürger zur Kenntnis neh-men, dass in Zeiten der Finanzkrise offenbar gar nichts mehr sicher ist.

Nicht einmal die Rente, die man bereits zugesprochen bekommen hat. Um wie viel unsicherer ist wohl die Zahl, die jeweils auf dem PK-Ausweis als Rentenversprechen zu lesen ist? Dass es bei GF zu Rentenkürzungen kommen muss, hat einen Grund.

Wenn 62 Prozent der Mitglieder einer Pensionskasse bereits pensioniert sind, kann die Sanierung der Kasse schwerlich auf die wenigen verbliebenen Aktiven des Unternehmens abgewälzt werden.

Damit zeigt sich einmal mehr, wie abhängig Unternehmen und Pensionskasse voneinander sind. Wenn ein grosses Unternehmen stark schrumpft, wie es bei Georg Fischer der Fall war, kommt die Pensionskasse in eine Situation, in der es sich sofort katastrophal auswirkt, wenn Anlagefehler gemacht werden.

Denn es wird sofort sichtbar, dass das Vermögen in absehbare Zeit nicht mehr für alle Ansprüche reicht. Darum braucht es sofort einschneidende Massnahmen. So weit ist dem GF-Management sogar Beifall zu spenden, dass es schnell reagiert hat.

Doch Pfiffe sind noch viel mehr angebracht. Denn er-schreckend ist die offensichtliche Inkompetenz, mit der die Kasse geführt wurde – nämlich mit der Hoffnung auf ewig steigende Börsenkurse, gepaart mit einem übertriebenen Renditedenken in einer Sache, die Sicherheitsdenken ver-langt.

Wenn ein Unternehmen allen Ernstes behaupten kann, eine Pensionskasse mit schrumpfenden Mitgliederzahlen müsse eine besonders risikoreiche Anlagestrategie fahren, dann wäre eigentlich das Eingreifen der Behörden dringend angebracht.

Denn wenn das so weitergeht, müssen ja die Mitarbeiter der GF damit rechnen, dass wegen des gesunkenen Deckungs-grads künftig bei den Anlagen noch mehr gezockt wird. Gefragt ist aber auch der Verwaltungsrat von GF, in dem immerhin Gerold Bührer sitzt, der Chef der Economiesuisse, des wichtigsten Wirtschaftsverbands der Schweiz. Herr Bührer, hier müssen dringend unabhängige Spezialisten an die Arbeit.