Der Kommentar: Das seit zwei Jahren bestehende Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen verbietet das Qualmen in Räumen, die öffentlich zugänglich sind. Nur in speziell abgetrennten Orten darf noch geraucht werden. Das Gesetz hat sich bewährt: Heute kann niemand mehr ernsthaft behaupten, dass er sich am Arbeitsplatz, im Restaurant oder anderen öffentlichen Räumen von Rauchenden gestört fühlt.

Die Tabakgegner, die wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen haben, können stolz sein auf das Erreichte. Ihre Forderung, die Bevölkerung vor dem Zigarettenqualm zu schützen, wurde auch von Rauchern unterstützt und mitgetragen.

Dazu wurden in den letzten Jahren zahlreiche weitere Begehren der Tabakgegner erfüllt. So unter anderem der Jugendschutz, Abschreckungsbilder und Texte auf den Zigarettenpackungen sowie stetige Preiserhöhungen. Zusätzlich werden Millionen von Franken in die Prävention investiert.

Mit ihrer radikalen Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen», die das Verbot auf Einzelbüros und Geschäftsautos ausdehnt – und zudem Fumoirs in Restaurant nur noch ohne Bedienung zulassen will, überspannen die Tabak-Gegner den Bogen. Und doch hat das Begehren gemäss einer aktuellen Umfrage gute Chancen.

Die heutigen Tabakverbotsgesetze sind ein Kompromiss, mit dem Tabakgegner und Zigaretten-Freunde gut leben können. Und bei aller Verteufelung des Tabaks: Auch die Gegner sollten verstehen, dass für Raucher eine gute Zigarre oder eine Zigarette nach einem Essen ein Genuss sein kann.

Deshalb der Rat an die Initianten und Tabakgegner: Macht mal Rauchpause.

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