Der Kommentar: In den letzten Jahren ist es ruhig geworden um alternative Krankenversicherungs-Modelle. Da kommt die Idee der Swica gerade recht. Warum nicht auf die Apotheker setzen?

Es gibt viele Argumente dafür. In der Tat suchen viele Versicherte wegen Lappalien den Arzt auf, die auch ein Sanitäter, eine Krankenschwester oder ein Apotheker behandeln könnte. Die häufigsten Leiden, die in den Netcare-Beratungen der Apotheken behandelt werden, sind Blasen- und Bindehautentzündungen. Es gibt Menschen, die wegen einer Erkältung die Notaufnahme des Spitals aufsuchen. Das kostet. Es gibt zudem keinen Grund, anzunehmen, dass sich Apotheker nicht genauso fürsorglich um ihre Kunden kümmern können wie Ärzte.

Aber auch dieses Heilmittel gegen die Prämienentwicklung kann Nebenwirkungen haben. Versucht hier eine Krankenkasse bloss, gesunde Patienten von Kranken zu trennen, um Ersteren besonders günstige Prämien anzubieten? Auch sollten Versicherte daran denken, dass sie ohne Arztrezept Medikamente selber bezahlen müssen. Vielmehr aber stellt sich die Frage, wie gross das Risiko ist, dass ein Apotheker eine vermeintlich harmlose Krankheit nicht als gravierend erkennt und damit eine Behandlung verschleppt. Solche Effekte könnten unter dem Strich gleich teuer werden wie viele Arztbesuche.

Und doch hat die neue Krankenversicherung etwas Gutes: Sie regt zum Nachdenken an und erinnert uns daran, dass Ärzte nicht die Einzigen sind, die uns bei alltäglichen Wehwehchen helfen könnten. Die günstigsten Helfer sind sie sowieso nicht.

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