Der Kommentar: Man staunt: Seit Monaten hören und lesen wir von Unternehmen, die auf Biegen und Brechen ihre Preise senken, um trotz dem teureren Franken gegen ausländische Konkurrenten bestehen zu können. Diese Massnahmen schmerzen. Angestellte arbeiten länger oder verlieren ihre Stelle. Zulieferer verdienen weniger. Und die Exportbranche Wintersport? Sie scheint es sich leisten zu können, ihre Preise sogar zu erhöhen!

Natürlich gibt es legitime Gründe. Wenn sich Skigebiete aufwendig zusammenschliessen, hat der Gast mehr davon. Wenn Bergbahnen Tarife entwerfen, die an Feiertagen teurer, in der Nebensaison dagegen günstiger sind, dann ist das unschön für Weihnachtsfahrer. Aber vielleicht ökonomisch sinnvoll. Es gibt gute Argumente, weshalb Skifahren in der Schweiz teurer sein kann als anderswo. Wir haben die schneesichersten Skigebiete Europas. Es gibt Leute, die unsere Alpen schöner finden (auch wenn das die Österreicher wohl bestreiten). Und ja: In die Schweiz kommt schon lange nur noch, wer sich mehr leisten kann als andere.

Und doch zeugt es nicht von Feingefühl, wegen ein paar Franken gerade jetzt die Preise zu erhöhen. Das Signal ist: Uns ist es egal. Denn der Tourist sieht zunächst einmal nur das Preistableau.

Man wird den Verdacht nicht los, dass sich die Bergbahnen – sei es wegen Filz, sei es wegen politischen Drucks – um Sparmassnahmen drücken, die anderswo längst stattgefunden haben. Im Wissen, dass ihnen am Ende dann schon jemand hilft. Die Preisaufschläge sind gefährlicher Poker. Ein Poker um den Ruf einer ganzen Branche.

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