Der Kommentar: Die SRF-Casting-Sendung «The Voice of Switzerland» stand immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Gehören solche Shows wirklich zum Service public? Jetzt wissen wir, die Sendung ist nicht nur umstritten, sie ist mit 817 000 Franken pro Ausgabe auch sehr teuer. Viel zu teuer.

Die horrenden Kosten sind umso ärgerlicher, wenn man sich bewusst wird, dass es im Schweizer Fernsehen sonst keine regelmässige Plattform für Popkultur gibt. Die Volksmusik hat «Potz Musig», die klassische Musik ihre «Sternstunde». Aber Popmusik? Nichts! Dabei ist Schweizer Popmusik so erfolgreich wie nie. Damals, in den 70er-Jahren, gab es nur Polo Hofer, Toni Vescoli sowie Peter, Sue & Marc. Im letzten Jahr waren es 138 Schweizer Musiker und Bands, die sich in der Album-Hitparade platzieren konnten. Im Schweizer Fernsehen können sie sich und ihre Musik aber gar nicht präsentieren. Nur als Juroren und Moderatoren sind sie gefragt.

Unsere Forderung: «The Voice» streichen und stattdessen Platz schaffen für eine Sendung für Pop und Popkultur. Wie wärs zum Beispiel mit «Polos Welt», einer Sendung mit Polo Hofer, seiner Musik und Gästen aus der Schweizer Popszene? Er hat ja bald Zeit! Oder noch besser: der «Pop-Club», eine Art Literatur-Club für Pop, Rock und Popkultur. Eine Elefantenrunde von markanten und erfahrenen Persönlichkeiten, die über Musik und Trends der Popkultur debattieren und sie vorstellen. Eine illustre Runde mit Polo, Endo Anaconda, Dieter Meier, Büne Huber, Chris von Rohr & Co. Leute, die nicht vor deutlichen Worten zurückschrecken. Das wäre Service public, wie wir ihn verstehen. Und erst noch viel billiger.

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