Der Kommentar: Pfister ist der Einrichter der Schweizer Familie schlechthin: nicht ganz günstig, dafür solide Qualität, im Stil modern, aber nicht wirklich hip. Damit entspricht das Möbelhaus dem Schweizer Mittelstand und seinem Selbstverständnis zwischen Tradition und Moderne. Nur: so richtig vom Fleck kommt der Möbelhändler damit nicht. Lagen die Umsätze der Gruppe im Jahr 2000 bei 570 Millionen Franken, waren es im letzten Jahr 613 Millionen. Und was bitterer ist: War Pfister im Jahr 2000 unangefochtener Platzhirsch auf dem Schweizer Möbelmarkt, musste die Gruppe spätestens ab 2005 den Shooting-Star Ikea an sich vorbeiziehen sehen. Seither ist Pfister in der Schweiz die Nummer zwei hinter den Schweden.

Was macht Ikea besser als Pfister? Ikea setzt seit jeher auf Design: auf Frechheit und auf die besondere Form. Da erstaunt es nicht, dass nun auch Pfister versucht, diese Karte zu spielen – und das in gut schweizerischer Manier. Pfister macht sich einheimisches Schaffen zunutze, fördert dabei gleich auch noch hiesige Jungtalente und setzt auf beste Qualität. Das ist gut.

Was gehört zum Erfolgskonzept von Ikea? Design wird zu unschlagbaren Preisen angeboten. Das macht Pfister nicht. Der Tisch des Duos Stauffacher Benz soll 7490 Franken kosten oder die Stehleuchte von Jörg Boner 1016 Franken. Das ist nicht so teuer wie in Nobelhäusern einem Theo Jakob vergleichbar, aber auch nicht so billig wie bei Ikea. Auch hier: gut schweizerische Manier. Schön in der Mitte. Ob Pfister damit auf die Erfolgschiene zurück auf Platz eins findet, wird die Zukunft zeigen.

Was macht Ikea so frech und damit unverwechselbar? Der Name für das Möbel, zum Beispiel. So heisst ein Teppich Andrup oder Egeby – im Schweizer Ohr klingt das unverwechselbar Schwedisch. Und bei Pfister im neuen Design-Atelier? Hier heisst der Teppich Altreu. Richtig. Wie ein Dorf im Solothurnischen. Das tönt schweizerisch, aber nicht unverwechselbar – ein bisschen wie bei Ikea abgeschaut. Das ist denn auch der Haken. Die Initiative von Pfister ist in vielerlei Hinsicht gut. Aber ihr haftet der Ruch der ewigen Nummer 2 an – weil es so etwas schon gibt.